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Betriebsklima

Wie man mit unkooperativen Kollegen umgeht

Wenn Sie das Gefühl haben, dass ein Kollege sich Ihnen gegenüber unkooperativ verhält, dann klagen Sie nicht darüber, sondern handeln Sie. Die folgenden Schritte helfen Ihnen dabei.

Gehen Sie unkooperativen Kollegen nicht aus dem Weg, sondern führen Sie ein taktvolles Gespräch

Gehen Sie unkooperativen Kollegen nicht aus dem Weg, sondern führen Sie ein taktvolles Gespräch

Je härter die wirtschaftliche Lage in einem Unternehmen wird, desto negativer empfinden viele Arbeitnehmer das Klima um sich herum sowie die Führungsqualitäten ihres Chefs. Dies belegen seit Jahren immer wieder Studien (z. B. Gallup Unternehmensberatung, Psychoanalytische Sozialpsychologie an der Universität Frankfurt). Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich ein Kollege Ihnen gegenüber unkooperativ verhält, sollten Sie aktiv werden.

Damit Sie etwas an der aktuellen Situation verändern können, müssen Sie zunächst aber genau wissen, was Sie stört. Oft klagen Arbeitnehmer nämlich nur über ihre Kollegen - wissen aber nicht genau, wo das eigentliche Problem liegt. Zum Beispiel: „Herr Meyer ist ein ganz falscher Typ. Vorne herum tut er freundlich – und hinten herum erzählt er alles mögliche über mich.“

1. Schritt: Analysieren Sie das Problem

Überlegen Sie genau, welche Verhaltensweisen Sie an Ihrem Kollegen als negativ empfinden. Dabei hilft es Ihnen, über verschiedene Vorfälle in der Vergangenheit nachzudenken und diese miteinander zu vergleichen, beispielsweise: „Herr Meyer ist sehr witzig, gesprächig und geht auf alle offen zu. Durch seine Art kommt er offensichtlich auch gut mit unserem Chef aus. Allerdings hat er mir schon ein paar Mal Dinge über Kollegen erzählt, die bestimmt nicht für meine Ohren – oder für andere – bestimmt gewesen sind. Im Prinzip stört mich seine Geschwätzigkeit.“

2. Schritt: Entwickeln Sie Ihr Ideal

Sobald Sie wissen, was Sie stört, können Sie darüber nachdenken, was der Idealzustand wär, z. B.: „Ich würde gerne Herrn Meyer dazu bringen, sich genau zu überlegen, was er wem sagen kann – und was nicht.“

3. Schritt: Suchen Sie nach Vorteilen

Am ehesten werden Sie Ihren Kollegen positiv beeinflussen können, wenn Sie ihm darlegen können, welche Vorteile ihm die Verhaltensänderung bringt. Würden Sie ihm auf den Kopf zusagen, dass Sie sein bisheriges Verhalten nicht gutheißen, würde Ihr Kollege wahrscheinlich sofort auf Konfrontationskurs gehen.

4. Schritt: Führen Sie ein Vier-Augen-Gespräch

Suchen Sie nach einer geeigneten Gelegenheit, um mit Ihrem Kollegen alleine über das zu sprechen, was Sie stört. Würden Sie ihn vor anderen darauf ansprechen, wird er Ihnen weniger intensiv zuhören - schließlich ist er viel zu sehr damit beschäftigt, sein Ansehen vor allen zu verteidigen.

Achten Sie außerdem darauf, dass Sie dieses Gespräch respektvoll führen: Egal, was Sie ärgert, lassen Sie sich zu keinen emotionalen Entgleisungen hinreißen.

Am besten betonen Sie, dass „Sie sich als Arbeitsteam fühlen“, das „gemeinsam versucht“, die Bereichsziele „möglichst optimal zu erfüllen“.

Stellen Sie anschließend dar,

  • wie Sie glauben, dass Ihre Zusammenarbeit noch verbessert werden könnte („Viele Dinge sind oftmals noch nicht richtig durchdacht. Es würde uns allen mehr nutzen, wenn wir alle erst einmal die Aspekte zu Ende denken – bevor wir darüber reden“.) und
  • welche Vorteile es für Ihren Kollegen hätte, wenn er auf die aus Ihrer Sicht negative Verhaltensweise verzichten würde („Wenn wir erst einmal für uns bestimmte Dinge besprechen, können wir mögliche Fehlerquellen ausschalten – und machen unseren Chef erst gar nicht darauf aufmerksam. Du weißt, er mag Ergebnisse und keine Probleme“).

Bitten Sie Ihren Kollegen dann, Ihnen seine Sicht der Dinge darzustellen, z. B.: „Ihr mögt es doch, wenn ich gute Stimmung in den Bereich bringe. Das versuche ich doch nur zu erfüllen. Okay, dabei sage ich bestimmt das eine oder andere Wort zu viel.“

Unter Umständen erfahren Sie so Aspekte, an die Sie bisher noch nicht gedacht hatten.


Dr. Jutta Gröschl ist Chefredakteurin der Monatspublikationen „Coaching“ und „Sekretärinnen SERVICE“, die im WEKA-Tochterunternehmen GWI erscheinen.

Veröffentlicht:
2010-03-09

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