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Karriere

Die Unterweisung interessant gestalten

„Wie soll ich diese staubtrockenen Infos denn spannend gestalten?“, wird manch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit sich oft fragen. Auf den ersten Blick sind Unterweisungen tatsächlich eher etwas für Vollblut-Bürokraten. Doch mit etwas Kreativität und einer guten Vorbereitung können Sie aus jedem Thema einen interessanten Vortrag stricken.

Die Unterweisung lässt sich mit ein paar Tricks interessant gestalten

Die Unterweisung lässt sich mit ein paar Tricks interessant gestalten

Ob Unterweisung, Vortrag oder Präsentation: In vielen beruflichen Situationen gilt es, das Interesse von Zuhörern zu wecken und zu halten. Mit ein paar Kniffen wird das trockenste Thema zu einer spannenden Sache. 

Nachdem Sie mit einem gelungenen Einstieg das Interesse für das Thema geweckt haben, warten Ihre Zuhörer aufmerksam darauf, wie es weiter geht. Gerade der längere Hauptteil, das Herzstück der Unterweisung, muss eine gewisse Spannung aufweisen, damit die Zuhörer bei der Sache bleiben. Der interessanteste Inhalt ist zum Gähnen, wenn er tonlos und langweilig vorgetragen oder sogar abgelesen wird.

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So vermeiden Sie staubtrockene Unterweisungen

Mit etwas Kreativität und einer guten Vorbereitung können Sie aus jedem noch so trockenen Thema einen interessanten Vortrag stricken. Entscheidend ist vor allem eine Technik, die einige Rhetoriker treffend als „Nassmachen“ bezeichnen - eine Mischung aus ausschmückenden, rhetorischen und dramaturgischen Mitteln, die den Vortrag bereichern. Einen Vorgeschmack haben Sie mit Ihrer Einleitung zur Unterweisung geliefert, nun geht es um das Auskosten und Sattwerden.

Inhalte positiv formulieren

Eine grundsätzliche Regel lautet: Auch bei der Unterweisung positive Formulierungen verwenden. Natürlich müssen Gefahren beim Namen genannt werden, aber Sie können bei Unterweisungen zum Beispiel die Vermeidung von Unfällen besonders stark betonen. Hinzu kommt, dass negative Formulierungen meist umständlicher klingen, was die Wahrnehmung erschwert.

Vergleichen Sie selbst:
„Wenn Sie eine Schutzbrille tragen, erhalten Sie Ihr Augenlicht.“
„Wenn Sie keine Schutzbrille tragen, riskieren sie schwere Augenschäden“.

Oder gar:
„Mit dem Nicht-Tragen einer Schutzbrille riskieren Sie schwere Augenschäden“.

Der erste Satz ist direkter und verspricht ein positives Ergebnis. Deshalb wird er beim Zuhörer auf eine größere Resonanz stoßen.

Alle Sinne ansprechen

Die menschliche Wahrnehmung läuft über verschiedene Sinne. Pädagogen unterscheiden auch entsprechende Lerntypen. Vermitteln Sie Ihre Informationen also über möglichst viele Eingangskanäle, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer - besser gesagt: des Publikums - zu halten.

Eine interessante Unterweisung bietet wie jeder gute Vortrag auch etwas für das Auge, zum Anfassen und beziehet das Publikum mit ein. Deshalb gehört die Verwendung visueller Hilfsmittel wie Flipchart, Overheadfolien, Kurzfilme etc. dazu. Ein häufiger und überraschender Wechsel des Mediums sorgt für mehr Aufmerksamkeit und Abwechslung.

Doch Sie sollten noch viel weiter gehen: Bauen Sie in Ihre Unterweisung ein kleines Experiment ein, erklären Sie die Funktion einer PSA am praktischen Beispiel, reichen Sie aussagekräftige Fotos herum… Möglich ist alles, was zum Thema passt und für Kurzweil sorgt. Denken Sie auch an eine Prise Humor, das weckt Sympathien und lockert die Stimmung auf.

Teamwork statt Frontalunterricht

Man kennt es aus seiner eigenen Schulzeit: Der Lehrer vorne an der Tafel, die müden Schüler an ihren Tischen, da hört kaum jemand gut zu. Frontalunterricht wird heute immer seltener praktiziert, Teamwork ist angesagt. Wenn Sie dafür sorgen, dass Ihre Zuhörer selbst aktiv sein können, werden sie wesentlich motivierter bei der Sache sein.

Sammeln Sie zum Beispiel Meinungen der Teilnehmer zu einem Aspekt, notieren Sie dazu Stichpunkte auf der Flipchart und regen Sie eine Diskussion an. Sie können eine Unterweisung zum Beispiel auch als Quiz gestalten, indem Sie Kärtchen mit Fragen verteilen, zu denen passende Antworten gefunden werden müssen. Zumindest aber sollten Sie Ihr Publikum einbeziehen, indem Sie es regelmäßig persönlich ansprechen und Fragen stellen - am besten provokativ, humorvoll oder unerwartet: Das rüttelt wach.

Einen guten Eindruck hinterlassen

Nach Vorspeise und Hauptgericht folgt das Dessert. Ihr Publikum wird enttäuscht sein, wenn es mit den Worten „Vielen Dank, das war’s“ entlassen wird. Es möchte einen angenehmen Nachgeschmack mitnehmen. Am Ende einer Unterweisung wie auch eines Vortrags sollten die wichtigsten Punkte nochmals in Erinnerung gerufen werden, um den Lerneffekt zu steigern.

Formulieren Sie eine knackige Zusammenfassung der Thematik und (nun erreichten) Lernziele. Auch diesen Teil der Unterweisung oder des Vortrags können Sie durch stilistische und dramaturgische Mittel bereichern, er sollte aber kurz ausfallen wie die Einleitung. Sie können Ihren Zuhörern auch einen Rat oder Appell mitgeben, die nächste Veranstaltung ankündigen oder zu einer anschließenden Diskussion einladen. Sorgen Sie dafür, dass man sich auf Ihre nächste Unterweisung freut.

Fortsetzung folgt

Wie Sie Stimme und Gestik als rhetorische Mittel einsetzen können, verraten wir Ihnen in einem der nächsten Karriere-Beiträge auf sifatipp.de.

Frau Lendt ist freie Fachjournalistin

Veröffentlicht:
2009-05-04

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