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Betriebsklima

Warum Sie jetzt auf die Zusammenarbeit achten müssen (Teil 1)

Entwickelt sich die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens negativ, wirkt sich dies schnell nach innen aus: Die Geschäftsführung sucht nach Fehlern und Verantwortlichen. Die Führungskräfte geben den Druck nach unten weiter. Die Mitarbeiter versuchen „ihre Haut zu retten“, indem sie sich selbst möglichst gut präsentieren. Schnell vergiftet so das egoistische Vorgehen Einzelner das Klima im gesamten Bereich.

Während der Wirtschaftskrise sollten Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeiter motivieren und Sie offen über die aktuelle Lage des Unternehmens informieren

Während der Wirtschaftskrise sollten Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeiter motivieren und Sie offen über die aktuelle Lage des Unternehmens informieren

Behalten Sie als Vorgesetzter diese Gefahr immer im Auge – letztlich schadet ein schlechtes Betriebsklima dem Bereichserfolg erheblich.

Die Gründe:

  • Mitarbeiter, die nicht mehr gerne zu ihrer Arbeit gehen, sind demotiviert und folglich nicht mehr so engagiert.
  • Ein Teil der Arbeitsenergie verpufft, weil die Mitarbeiter mehr damit beschäftigt sind, sich gegenüber ihren Kollegen abzugrenzen als sich um ihre eigentlichen Aufgaben zu kümmern.
  • Anstatt offen Fehler einzugestehen und diese möglichst schnell zu beheben, werden aus Angst diese verheimlicht bzw. anderen Kollegen in die Schuhe geschoben.
  • Unzufriedene Mitarbeiter äußern sich auch außerhalb Ihres Unternehmens über das, was sie belastet. Unter Umständen dramatisieren sie bestimmte Sachverhalte („In dem Laden kannste nicht mehr arbeiten. Bald droht uns bestimmt auch die Kündi-gung.“). Dies wirkt sich negativ auf das Unternehmensimage aus. Das Problem: So-bald es Ihrem Unternehmen wirtschaftlich wieder besser geht, möchten Sie vielleicht wieder neue Mitarbeiter einstellen. Diese finden Sie dann deutlich schlechter – „man weiß ja schließlich, was für ein Klima bei Ihnen herrscht“.      

Wenn Sie als Vorgesetzter selbst viel unterwegs sind, dann bitten Sie Ihre Sekretärin/Assistentin auf die Zwischentöne in Ihrem Team zu achten.

Je schneller Sie negative Entwicklungen mitbekommen, desto schneller können Sie diesen entgegenwirken.

Fördern Sie gerade jetzt den Teamgedanken!

Falls Sie bisher kein wöchentliches Meeting hatten, initiieren Sie es jetzt. Legen Sie den Termin hierfür am besten immer von Woche zu Woche fest. Sie stellen so sicher, dass auch alle Teammitglieder anwesend sind:

  • Informieren Sie auf diesem Meeting offen über die aktuelle Lage in Ihrem Unternehmen, die Vorgaben der Geschäftsführung und Ihre kurzfristen Ziele für den Bereich.
  • Fordern Sie Ihre Mitarbeiter auf, Sie bei der Erfüllung der Aufgaben aktiv zu unterstützen und eigene Lösungsvorschläge einzubringen.
  • Betonen Sie immer wieder, dass Fehler gemacht werden dürfen – vorausgesetzt, sie werden möglichst schnell eigeninitiativ behoben und der Verursacher lernt daraus.

Stellen Sie sich vor Ihr Team

Es mag praktikabler erscheinen, die Schuld auf Ihre Mitarbeiter zu schieben oder extreme Vorgaben zum Nachteil Ihres Teams einfach zu akzeptieren. Ihrem Ansehen als Führungskraft dient ein solches Verhalten aber nicht.

Im Gegenteil! Sobald Sie in einer Situation auf Ihre Mitarbeiter angewiesen sind, werden diese sich kaum loyal verhalten.

Leben Sie daher das vor, was Sie – gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen – auch von Ihren Mitarbeitern erwarten:

  • Nehmen Sie die Kritik von Vorgesetzten entgegen und versuchen Sie diese sachlich zu kommentieren.
  • Weisen Sie sie auf die konkreten Probleme hin, die Sie bei der Umsetzung der Vorgaben jetzt schon erkennen – und bieten Sie an, umgehend gemeinsam mit Ihrem Team entsprechende Lösungen zu erarbeiten.

Natürlich werden Sie dabei auf Widerstände und Kritik bei Ihren Vorgesetzten stoßen. Wenn Sie sachlich argumentieren, werden diese aber auch Ihre Führungsstärke spüren.

Mit Sicherheit zahlt sich dies irgendwann für Sie aus – und wenn nicht bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber, dann bei einem anderen.

Dr. Jutta Gröschl ist Chefredakteurin der Monatspublikationen „Coaching“ und „Sekretä-rinnen SERVICE“, die im WEKA-Tochterunternehmen GWI erscheinen.



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