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Klimawandel nimmt Einfluss auf den Arbeitsschutz im Büro

Die durch den Klimawandel ausgelösten Langzeitfolgen wie etwa allmählich steigende Durchschnittstemperaturen werden nicht ohne Konsequenzen für die architektonische Planung, die bauliche Umsetzung und die Ausstattung von Büro- und Produktionsräumen bleiben können.

Arbeitsschutz im Büro

Arbeitsschutz im Büro

Wie das Pro­jektteam der vom 19. bis 21. Oktober 2010 in Leipzig stattfindenden Internationalen Fachmesse für Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Prävention „Arbeitsschutz aktuell“ betont, haben Arbeitsmediziner nachgewiesen, dass die Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit von Arbeitnehmern mit steigender Umgebungstemperatur deutlich nachlässt und generell eine schnellere Ermüdung eintritt.

Besserer Arbeitsschutz im Büro erhöht die Leistung um 36 Prozent

Wer diese arbeitsleistungsmindernden Faktoren mildert oder gar nicht erst auftreten lässt, kann erhebliche Produktivitätszugewinne verbuchen. Wie die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA-Büro) in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisa­tion (IAO) ermittelte, ermöglicht ein optimal gestaltetes Büro heute Produktivitäts­steigerungen von bis zu 36 Prozent.

Fast zwei Drittel der Arbeitnehmer empfinden einer repräsentativen INQA-Studie zufolge bereits ihren geringen Einfluss auf die Gestaltung von Arbeitsfaktoren wie Arbeitszeit, Arbeitsplatz und Arbeitsplanung als belastend.

Von den heutigen baulich und räumlich bedingten Einzelbelastungen erleben jeweils gut vier von zehn Arbeit­nehmern Lärm, Umgebungsgeräusche, Zugluft und extreme Temperaturen als belastende Faktoren bei der Arbeit.

Über innovative Raumkonzepte, die richtige Klimatisierung und Belüftung sowie weitere relevante Faktoren informiert die INQA mit ihrem Programm „Erfolgsfaktor Büro“ auf der Fachmesse „Arbeitsschutz aktuell“ in Hamburg.

Mit kleinen Dingen die Laune heben

Manfred Gerz, der mit seinem Institut für Wissensarbeit in Bad Nauheim dieses Programm für die INQA entwickelte, empfiehlt Arbeitgebern für die so genannten Hundstage im Juli und August rechtzeitig Vorsorge zu treffen, um Motivation und Arbeitsleistung der Mit­arbeiter auf hohem Niveau zu halten.

Auch mit kleinen Dingen kann das Wohlbefinden und die Arbeitslaune positiv beein­flusst werden. Gerz empfiehlt klassische Hausmittel. Das Motto lautet: vermeiden, verringern, verarbeiten. Wer ohne Klimaanlage im Büro arbeitet, muss die Wärme vermeiden.

Büros heizen sich vor allem durch die direkte Wärmeeinstrahlung auf und speichern Wärme in Wänden und Decken. Daher gilt es, die Aufheizung rigoros zu vermeiden und den vorhandenen Sonnenschutz durch Jalousien, Rollläden oder Markisen wirkungsvoll einzusetzen. Dabei ist ein außen angebrachter Sonnenschutz wirksamer als ein innen liegender, bei Jalousien reflektieren Folien besser als Wärme absorbierende Materialien, helle Farben besser als dunklere. Das gilt auch für die im Büroraum beschienenen Flächen und Gegenstände.

Dunkle Möbel er­wärmen sich durch Sonnenbestrahlung schneller und erhöhen damit die Raum­temperatur. Zur Vermeidungsstrategie gehört es ebenso, unnötige Wärmequellen wie PCs oder Leuchten wenn möglich abzustellen. Letztlich ist jedes Netzteil eine Wärmequelle und heizt die Räume mit auf.

Wenn es denn schon zu warm ist, kann nur noch versucht werden, die Wärme wie­der abzuführen oder sie auch nur zu ertragen. Lüften ist die Standard-Methode, die allerdings bei aufgeheiztem Baukörper nur wenig Linderung verschafft bis auf den angenehm empfundenen leichten Durchzug.

Wasserspiele oder die Verdunstungs­kälte von Ton können das Raumklima dagegen nachhaltig verbessern. Kulinarisch ist an den heißen Tagen die Zeit für Milch-Shakes, Obstsalat und andere kalorien­arme Nahrungsmittel angebrochen. Zum Schluss hilft auch leichte Bekleidung – aber bitte im Rahmen des akzeptierten Dresscodes.

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Quelle: www.arbeitsschutz-aktuell.de

Veröffentlicht:
2008-09-02

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